Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen

Lehramt HRSGe

Hier finden Sie Informationen zur Schulform, zu den Aufgaben als Lehrerin und Lehrer, zur Schülerklientel sowie zur Lehrerausbildung in Hochschulstudium und Vorbereitungsdienst.

Schulform Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschule (HRSGe)

Die Schülerinnen und Schüler bzw. ihre Eltern können in NRW für den Besuch der Klassen 5-10 (Sekundarstufe I) zwischen verschiedenen Schulformen wählen, die - anders als das Gymnasium -  keine frühzeitige Entscheidung für einen bestimmten Schulabschluss favorisieren.

Die Hauptschule vermittelt den Schülerinnen und Schülern eine grundlegende allgemeine Bildung, die insbesondere auf Berufsorientierung und Lebensplanung vorbereitet. In der Hauptschule können alle Abschlüsse der Sekundarstufe I erworben werden: der Hauptschulabschluss (nach Klasse 9), der Hauptschulabschluss nach Klasse 10 und bei erfolgreichem Hauptschulabschluss der Klasse Typ B die Fachoberschulreife (FOR), bei besonders guten Leistungen sogar mit der Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe (FORQ).

Die Realschule umfasst die Klassen 5-10. An dieser Schulform der Sekundarstufe I werden praktische Fähigkeiten ebenso gefördert wie das Interesse an theoretischen Zusammenhängen. Die Schülerinnen und Schüler erwerben eine erweiterte allgemeine Bildung sowie berufsorientierende Kompetenzen  und können nach der zehnten Klasse – unter Berücksichtigung ihres Abschlusses (HA 10, FOR, FORQ) in eine berufliche Ausbildung oder in die Bildungsgänge der Sekundarstufe II wechseln.

Die Sekundarschule umfasst die Klassen 5-10, ermöglicht längeres gemeinsames Lernen, führt zu allen Schulabschlüssen der Sekundarstufe I, gewährleistet auch gymnasiale Standards  und sichert durch eine verbindliche Kooperation mit einem Gymnasium, einer Gesamtschule oder einem Berufskolleg den Anschluss an die gymnasiale Oberstufe. Die Sekundarschule ist in der Regel eine Ganztagsschule. Die Schülerinnen und Schüler lernen in den Klassen 5 und 6 gemeinsam unter besonderer Berücksichtigung der individuellen Förderung. Ab Klasse 7 wird der Unterricht in Neigungs- und Leistungsprofilen erteilt.

Die Gesamtschule ist eine Schule des längeren gemeinsamen Lernens. Sie arbeitet mit Kindern und Jugendlichen aller Leistungsstärken und hält Laufbahnentscheidungen möglichst lange offen. Die Gesamtschule umfasst die Klassen 5-10 und in der gymnasialen Oberstufe die Jahrgänge 11-13 und ist in der Regel eine Ganztagsschule. Es können alle Schulabschlüsse der Sekundarstufe I (HA 10, FOR, FORQ) erworben werden, ebenso das Abitur nach 13 Schuljahren. 

Lehren und Lernen auf der Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschule (HRSGe)

Es gibt ca. 2.500 allgemeine Schulen aller Schulformen, an denen Unterricht in der Sekundarstufe I angeboten wird. Dies sind Hauptschulen, Realschulen, Gesamtschulen, Sekundarschulen, Gemeinschaftsschulen (Schulversuch) sowie PRIMUS-Schulen (Schulversuch) und Förderschulen, die z.T. auch schulstufenübergreifend geführt werden.

Das Lehramt HRSGe umfasst die Klassen 5 bis 10. Der Unterricht in den Klassen 5 und 6 wird in der Regel im Klassenverband erteilt. Die Schülerinnen und Schüler gehen an einigen Schulformen (Gesamtschule, integrierte und teilintegrierte Sekundarschule, Gemeinschaftsschule und PRIMUS-Schule) ohne Versetzung in die Klassen 6 bis 9 über. Auf Antrag der Eltern ist die Wiederholung einer Klasse möglich, wenn die Schülerin oder der Schüler dadurch besser gefördert werden kann.

Die Lehrkräfte in der Sekundarstufe I sind in der Regel für mehrere Unterrichtsfächer ausgebildet. Nach dem 9. Schulrechtsänderungsgesetz kommen an Orten des Gemeinsamen Lernens zunehmend Lehrkräfte für Sonderpädagogik hinzu, die mit den Lehrkräften der allgemeinen Schulen in gemeinsamer Verantwortung beim Unterricht für Schülerinnen und Schüler mit einem Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung zusammenarbeiten.

Die Hauptschule ermöglicht den Schülerinnen und Schülern unabhängig von ihrer Herkunft die Nutzung und Entfaltung ihrer Potenziale. Im Mittelpunkt stehen die individuelle Förderung aller Schülerinnen und Schüler sowie eine deutliche Stärkung der Basiskompetenzen aller Schülerinnen und Schüler in den Fächern Deutsch und Mathematik. Besondere Bedeutung erhält die Sprachbildung, das heißt die Förderung sowohl in der Unterrichtssprache Deutsch als auch in der jeweiligen Herkunftssprache.

Der Unterricht in der Hauptschule ist praxisnah. Im Projektunterricht erwerben die Schülerinnen und Schüler praktisches und theoretisches Wissen. Betriebspraktika bringen ihnen die Berufs- und Arbeitswelt näher und bereiten zusammen mit dem Lernbereich Arbeitslehre auf die Berufswahl und die Berufsausbildung vor. Durch ein Langzeitpraktikum von bis zu acht Wochen ab Klasse 9 bereiten sie sich frühzeitig auf realistische Ausbildungs- und Berufsperspektiven vor.

Die Realschule bietet eine erweiterte allgemeine Bildung. Praktische Fähigkeiten werden ebenso gefördert wie das Interesse an theoretischen Zusammenhängen. Mit Blick auf eine Berufsausbildung werden berufsorientierende Inhalte in allen Fächern berücksichtigt.

Die Schülerinnen und Schüler können ab Klasse 7 im Wahlpflichtbereich individuelle Akzente setzen. Sie wählen zwischen unterschiedlichen Schwerpunkten. Dies kann die zweite Fremdsprache sein, die sie als Wahlpflichtfach bis zum Ende der Klasse 10 fortführen.

Da die berufliche Ausbildung der Jugendlichen oft auf den Schwerpunktfächern aufbaut, bietet es sich für viele Schülerinnen und Schüler an, ihre schulische Ausbildung an einem Berufskolleg in der dualen Ausbildung oder einem vollzeitschulischen Bildungsgang, u.a. dem Beruflichen Gymnasium fortzusetzen. Bei ihrer Entscheidung über den weiteren Ausbildungsweg unterstützen die Realschulen die Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 zum Beispiel durch Hospitationen an der jeweiligen gewünschten Schulform.

Die Sekundarschule ermöglicht in einem differenzierten Unterrichtssystem Bildungsgänge, die mit oder ohne Zuordnung zu unterschiedlichen Schulformen zu allen Abschlüssen der Sekundarstufe I führen.

Die Sekundarschule umfasst die Klassen 5 bis 10 und bietet von Anfang an auch gymnasiale Standards. Der Unterricht wird in den Klassen 5 und 6 im Klassenverband erteilt.

Sekundarschulen werden in der Regel als Ganztagsschulen geführt. Die Sekundarschule hat eine verbindliche Kooperation mit mindestens einem Gymnasium, einer Gesamtschule oder einem Berufskolleg. Damit ist sichergestellt, dass Eltern bei der Anmeldung wissen, an welcher Schule ihr Kind bei entsprechenden Leistungen das Abitur machen kann und welche weiteren beruflichen Qualifikationen im Anschluss an den Besuch der Sekundarschule ortsnah angeboten werden.

Die Schülerinnen und Schüler werden sowohl auf eine berufliche Ausbildung als auch auf die Fortsetzung ihrer Schullaufbahn für den Erwerb des Abiturs in der Oberstufe eines Gymnasiums, einer Gesamtschule oder eines Beruflichen Gymnasiums vorbereitet. Das Abitur wird in der Regel nach 9 Jahren (also am Ende der Jahrgangsstufe 13) erworben.

Die Gesamtschule ermöglicht in einem differenzierten Unterrichtssystem Bildungsgänge, die ohne Zuordnung zu unterschiedlichen Schulformen zu allen Abschlüssen der Sekundarstufe I und II führen. Gesamtschulen werden in der Regel als Ganztagsschulen geführt.

Das Abitur wird in der Regel nach 9 Jahren (also am Ende der Jahrgangsstufe 13) erworben.

In der Klasse 6 oder 7 setzen die Schülerinnen und Schüler erste eigene Schwerpunkte, indem sie zusätzlich ein weiteres Fach wählen. Dieser Wahlpflichtunterricht umfasst eine zweite Fremdsprache, den Lernbereich Arbeitslehre oder den Lernbereich Naturwissenschaften. Zusätzlich kann die Schule den Lernbereich Darstellen und Gestalten anbieten.

Die zweite Fremdsprache beginnt ab Klasse 6, die übrigen Wahlpflichtangebote können ab Klasse 6 oder 7 beginnen.

Ab Klasse 8 wird eine weitere Fremdsprache als zweite oder dritte Fremdsprache angeboten.

Um den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden, bietet die Gesamtschule in folgenden Fächern Unterricht auf zwei Anspruchsebenen (Grund- und Erweiterungsebene) an:

•           ab Klasse 7 in Englisch und Mathematik

•           ab Klasse 8 oder 9 in Deutsch und

•           ab Klasse 9 in Physik oder Chemie.

Darüber hinaus sind Ergänzungsstunden fester Bestandteil des Unterrichtsangebots, die zur Förderung von unterschiedlichen Schülergruppen genutzt werden.

An der Gesamtschule können alle Abschlüsse der Sekundarstufe I und II vom Hauptschulabschluss nach Klasse 9 bis zum Abitur erworben werden.

Das Gymnasium bietet eine vertiefte allgemeine Bildung, die sowohl für ein Hochschulstudium als auch für eine berufliche Ausbildung qualifiziert. Der gymnasiale Bildungsgang beginnt mit der 5. Klasse und wird mit dem Abitur beendet. Er untergliedert sich in die Sekundarstufe I, die nach Klasse 9 endet, und in die dreijährige gymnasiale Oberstufe. Viele Gymnasien haben ein eigenes Profil entwickelt, zum Beispiel durch bilinguale Angebote oder naturwissenschaftliche Schwerpunkte.

Als erste Fremdsprache führen die Schülerinnen und Schüler Englisch fort. Ab Klasse 6 wird eine zweite Fremdsprache unterrichtet. Dies kann eine weitere moderne Fremdsprache oder Latein sein. In manchen Gymnasien besteht auch die Möglichkeit, bereits in Klasse 5 neben Englisch mit der zweiten Fremdsprache zu beginnen.

In den Klassen 5 bis 7 werden fast alle Fächer des Pflichtbereichs in der Regel im Klassenverband unterrichtet.

Im Zuge des Inklusionsprozesses an den Schulen sind grundsätzlich auch Lehrkräfte für sonderpädagogische Förderung an allgemeinen Schulen aller Schulformen sowie an Förderschulen in allen sonderpädagogischen Förderschwerpunkten tätig.

Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen Ablauf des Studiums mit dem Abschluss Master of Education HRSGe

Das Lehramtsstudium (HRSGe) besteht aus zwei aufeinander aufbauenden Studiengängen mit den entsprechenden Abschlüssen:

  • im Bachelorstudiengang (drei Jahre, sechs Semester) erwerben Sie Wissen und Kompetenz in zwei Fächern. Lehramtsspezifische Module (Fachdidaktik, Bildungswissenschaften, Deutsch für Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte) stellen bereits Bezüge zum Lehrerberuf her. Darüber hinaus absolvieren Sie in der Regel im ersten Studienjahr ein fünfwöchiges Eignungs- und Orientierungspraktikum an der Schule. Es dient der kritisch-analytischen Auseinandersetzng mit der Schulpraxis, der Reflexion für den Lehrerberuf und der Entwicklung einer professionellen Perspektive für das weitere Studium. In einem weiteren Praxiselement, dem Berufsfeldpraktikum können Sie Perspektiven und Erfahrungen außerhalb der Schule sammeln. Den Studiengang schließen Sie ab mit dem Bachelor of Arts oder Bachelor of Science.
  • der Masterstudiengang (zwei Jahre, vier Semester) mit Wissens- und Kompetenzerwerb in Fächern und Lernbereichen, in Bildungswissenschaften und einem fünfmonatigen Praxissemester an einer Haupt- oder Real- oder Sekundar- oder Gesamtschule, ist ausschließlich auf den Lehrerberuf ausgerichtet.

Diesen Studiengang schließen Sie ab mit dem Master of Education (M.Ed. - Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen). Der Master of Education ist Zugangsvoraussetzung für den Vorbereitungsdienst als dem schulpraktischen Teil der Lehrerausbildung im Anschluss an das erfolgreich beendete Studium.

Die Graphik im Downloadbereich veranschaulicht Ihnen Ablauf, Struktur und Bestandteile des Studiums für das Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen.

Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen Fächerkombinationen und Studienorte in NRW

Als Fächer sind zugelassen: Biologie, Chemie, Deutsch, Englisch, Evangelische Religionslehre, Französisch, Geographie, Geschichte, Hauswirtschaft (Konsum/Ernährung/Gesundheit), Informatik, Islamische Religionslehre, Katholische Religionslehre, Kunst, Mathematik, Musik, Niederländisch, Physik, Praktische Philosophie, Russisch, Sozialwissenschaften (Politikwissenschaft, Soziologie, Wirtschaftswissenschaft), Spanisch, Sport, Technik, Textilgestaltung und Türkisch.

Als eines der beiden Fächer ist Biologie, Chemie, Deutsch, Englisch, Evangelische Religionslehre, Geschichte, Islamische Religionslehre,  Katholische Religionslehre, Mathematik, Physik, Praktische Philosophie oder Sozialwissenschaften (Politikwissenschaft, Soziologie, Wirtschaftswissenschaft) zu wählen.

Im Downloadbereich finden Sie eine aktuelle Auflistung der Hochschulstandorte mit Fächerangebot für Bachelor- (B.A. / B.Sc.) und Masterstudium (M.Ed. Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen).

Kontakte zu den lehrerbildenden Hochschulen in NRW

Die Universitäten in Nordrhein-Westfalen unterhalten jeweils Organisationseinheiten, die sich mit der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern befassen. Diese Zentren für Lehrerbildung (ZFL) firmieren mit unterschiedlicher Namensgebung an den einzelnen Hochschulstandorten.

Im Downloadbereich finden Sie die Kontaktdaten der einzelnen ZFL. Diese können Ihnen dabei helfen, konkrete Informationen zu den Voraussetzungen, den besonderen Bedingungen und dem Studienablauf zu erlangen.